Die drei Wörter des Monats
Wir schlagen vor:1. HOMEPAGE = Startseite (im Einvernehmen mit dem Institut für deutsche Sprache, der Gesellschaft für deutsche Sprache und dem Deutschen Sprachrat). Ja, „Start“ ist ein englischer Import – aber von der schönen Art: kurz, treffend, allgemein verständlich und noch dazu wie ein deutsches Wort in Schrift und Aussprache.
| 2. | SHAREHOLDER VALUE = | Aktionärsnutzen |
5 Silben 17 Zeichen |
5 Silben 15 Zeichen |
Seit etwa fünf Jahren ein Schlüsselwort der Wirtschaftsberichterstattung
– nicht schön, nicht kurz, schon für Kleinaktionäre
nicht besonders erhellend und vermutlich für 70 Prozent der Deutschen
unverständlich; höchstens, dass sie den Eindruck haben, hier
gehe es irgendwie um arbeitsplatzzerstörende Geldscheffelei. Sie
alle haben einen klaren Begriff verdient. (Aktionärsnutzen ist
sogar besser als das Original: Denn value – Wert, Preis, Besitz,
Bedeutung – ist ein statisches Wort, anders als der Nutzen, den
die Aktionäre aus ihren Aktien ziehen wollen: Vorteil, Ertrag,
Gewinn.)
Wir bitten um Vorschläge für:
3. COUNTDOWN: bei dieser Übersetzung für das englische
count-down lässt Langenscheidt es bewenden. Duden erklärt: „Bis
zum Zeitpunkt Null rückwärts schreitende Zeitzählung als
Einleitung eines Startkommandos; Gesamtheit der vor einem Start auszuführenden
letzten Kontrollen; letzte technische Vorbereitung vor einem Unternehmen.“
Das ist alles sehr richtig – sehr praktisch ist es nicht.
Haben Sie einen Einfall?
Dann schicken Sie ihn bitte spätestens am 14. 2. 2006 an:
Aktion „Lebendiges Deutsch“
Postfach 20 60 49
13537 Berlin
Fax: 030-365 044 66
e-post: deutschesprache@gmx.de
Haben Sie Fragen nach brauchbaren Übersetzungen für englische
Wörter?
Die Stiftung Deutsche Sprache berät Sie gern:
Prof. Dr. Walter Krämer ist Professor für Wirtschafts-
und Sozialstatistik an der Universität Dortmund sowie Gründer
und Vorsitzender des „Vereins Deutsche Sprache e.V.“. Sein
Lexikon der populären Irrtümer (mit Götz Trenkler) wurde
in 16 Sprachen übersetzt, darunter koreanisch, russisch und japanisch,
und weltweit über eine Million mal verkauft. Für seine Verdienste
um die deutsche Sprache erhielt er 1999 den Deutschen Sprachpreis.
Sprachberatung@stiftungds.de
Josef Kraus ist Oberstudiendirektor an einem Gymnasium im Bayern
und Diplom-Psychologe; seine Lehramtsfächer sind Deutsch und Sport.
Ehrenamtlich ist er Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL),
der Dachorganisation der Bundesverbände der Philologen, der Realschullehrer
sowie der Lehrer an beruflichen und an Wirtschaftsschulen. Kraus schreibt
regelmäßig für den Rheinischen Merkur. Als Autor ist er
zudem mit seien Büchern „Spaßpädagogik – Sackgassen
deutscher Schulpolitik“ (1998) und „Der PISA-Schwindel –
Unsere Kinder sind besser als ihr Ruf“ (2005) in Erscheinung getreten.
Wolf Schneider war Korrespondent der Süddeutschen Zeitung
in Washington, Verlagsleiter des Stern, Chefredakteur der Welt und 16
Jahre lang Leiter der Henri-Nannen-Schule. Er ist Ausbilder an fünf
Journalistenschulen und unterrichtet lesbares Deutsch in Wirtschaft, Presse
und Behörden. 1994 verlieh die Gesellschaft für deutsche Sprache
ihm den Medienpreis für Sprachkultur. Schneider hat 26 Sachbücher
geschrieben, zuletzt „DEUTSCH! Das Handbuch für attraktive
Texte“ und „Wörter waschen – 26 gute Gründe,
politischen Begriffen zu misstrauen“.
Wir unterstützen die Aktion „Lebendiges Deutsch“