WB Stiftungspreis Wilhelm Busch

Beste Abschlussarbeit prämiert

Julia Helander wird mit dem WB Stiftungspreis Wilhelm Busch für ihre Abschlussarbeit zum Thema Zeichnung und Literatur ausgezeichnet. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird am 18. Oktober in der Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen verliehen.

Julia Helander (Universität Lund, Schweden) erhält diesen Preis für ihre Bachelor-Abschlussarbeit in Germanistik zum Thema „Literarische Komplexität in der Graphic Novel“. „Sie hat damit eine bemerkenswerte Untersuchung der erzählerischen Strategien in der Comicadaption des Romans Flughunde von Marcel Beyer (1995) vorgelegt. Diese Leistung gilt es auszuzeichnen“, so Prof. Dr. Barbara Kaltz, Sprachwissenschaftlerin und Vorsitzende der Jury.

Mit den Bildergeschichten von Max und Moritz, 1865 erstmals erschienen und noch heute ein Klassiker der Weltliteratur, schuf der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch eine neue Kunstform, an die neuere Genres wie Comics und Graphic Novels anknüpfen.

In Würdigung seines Gesamtwerkes wird der WB Stiftungspreis Wilhelm Busch alle zwei Jahre von der Stiftung Deutsche Sprache für eine deutschsprachige Abschlussarbeit an einer deutschen oder ausländischen Hochschule vergeben, die die Verknüpfung von Grafik und Text zum Hauptthema hat.

Die Jury für den WB Stiftungspreis Wilhelm Busch besteht aus dem Zustifter Walter Battermann, der von Katrin Redemann (Göttingen) vertreten wird, Prof. Dr. Hans-Joachim Solms (Halle), Prof. Dr. Roland Duhamel (Antwerpen) und Prof. Dr. Barbara Kaltz (Freiburg).

Ausschreibung

Mit den Bildergeschichten von Max und Moritz, 1865 erstmals erschienen und noch heute ein Klassiker der Weltliteratur, schuf der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch eine neue Kunstform, an die neuere Genres wie Comics und Graphic Novels anknüpfen.

In Würdigung seines Gesamtwerks hat die Stiftung Deutsche Sprache (Berlin) nun den WB Stiftungspreis Wilhelm Busch eingerichtet. Dieser mit 2.000 € dotierte Preis soll erstmals im kommenden Jahr für die beste deutschsprachige Bachelor- oder Masterarbeit zu dem allgemeinen Rahmenthema Zeichnung und Literatur vergeben werden, die im Studienjahr 2018/19 an einer deutschen oder ausländischen Hochschule eingereicht werden wird.

Dank einer großzügigen Zustiftung von Herrn Walter Battermann (Laatzen) ist die Stiftung Deutsche Sprache in der Lage, den WB Stiftungspreis Wilhelm Busch alle zwei Jahre bei einer öffentlichen Preisverleihung zu vergeben. Die Auswahl des Preisträgers geschieht durch eine Jury, in der Herr Battermann als Zustifter von Frau Katrin Redemann (Göttingen) vertreten wird; die von der Stiftung Deutsche Sprache benannten Mitglieder sind Prof. Dr. Hans-Joachim Solms (Halle), Prof. Dr. Roland Duhamel (Oostende) und Prof. Dr. Barbara Kaltz als Vorsitzende (Freiburg). Die Reisekosten des Preisträgers übernimmt die Stiftung Deutsche Sprache.

Wer sich mit einer in deutscher Sprache verfassten Bachelor- oder Masterarbeit zu dem Rahmenthema Zeichnung und Literatur um den WB Stiftungspreis Wilhelm Busch bewerben möchte, wird gebeten, seine Arbeit bis spätestens 31.07.2019 bei dem Vorstand der Stiftung Deutsche Sprache als Mailanhang im PDF-Format (wbpreis(at)stiftung-deutsche-sprache.de) einzureichen. Einladungen zur Teilnahme sind weltweit an Institute für Germanistik und an Kunsthochschulen ergangen.

Amtssprache ist Deutsch

Die Landeshauptstadt Hannover hat beschlossen, dass sie in ihrem Schriftverkehr und bei mündlichen Äußerungen ihrer Mitarbeiter bzw. Mitarbeiter/innen bzw. Mitarbeitenden bzw. Mitarbeiter_innen bzw. Mitarbeiter*innen bzw. Mitabeitxen nun nur noch „geschlechtergerecht“ auftreten wird. Sie wird künftig alle Personenbezeichnungen unnachsichtig „gendern“ und ihre Einwohnenden nicht mehr mit „Frau“ oder „Herr“ ansprechen. Der Oberbürger*innenmeister dieser stolzen Stadt hat zwar einigen Ärger wegen Korruptionsvorwürfen, doch Hannover schaut nach vorn und setzt Prioritäten. Die Stadt will in Steuerbescheiden, Strafzetteln, Formularen, Rundschreiben und Todesanzeigen, aber auch in Ansprachen bei Vereinsjubiläen oder Goldenen Hochzeiten die Gleichheit von Frauen, Männern und Angehörigen der etwa 60 „dritten Geschlechter“ herstellen.

Wenn sie solche Schriftstücke vorlesen, sollen die hannöverschen Bediensteten beim „Genderstern“ mitten im Wort eine kurze Pause einlegen, um so die städtische Gesinnung hörbar zu machen. Das alles sei ein „wichtiges Signal und ein weiterer Schritt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen.“ Die städtische Obrigkeit hält es für unerheblich, dass diese Maßnahme die Betroffenen aufdringlich sexualisiert. Sie werden nun unentwegt auf ihr Untenrum hingewiesen. Darauf hat die Bevölkerung gewartet.

Die Stadt Hannover verabschiedet sich damit aus der amtlichen Rechtschreibung des Deutschen. Dort gilt, dass falsch ist, was im Regelwerk nicht vorgesehen ist. Der „Genderstern“ ist dort nicht vorgesehen, ebensowenig „Gendergap“ (der Unterstrich zwischen Wortstamm und Endung, z.B. Lehrer_in) oder Binnen-I (LehrerIn). Sie verabschiedet sich auch aus dem, was in der Grammatikschreibung Konsens ist. Die maßgeblichen Grammatiken des Deutschen sind sich nämlich einig darüber, wie das Genus, das grammatische Geschlecht, funktioniert, und zwar unabhängig von Sexus.

Wir haben für die Kindergärten Hannovers schon einmal ein Lied in den niedersächsischen Neusprech umgesetzt:

Hoppe hoppe Reiter*in
Wenn er/sie/divers fällt, dann schreit er/sie/divers
Fällt er/sie/divers in den Graben
Fressen ihn/sie/divers die Rab*innen
Fällt er/sie/divers in dem Sumpf
Macht der/die/divers Reiter*in plumps.

Wie die Stadtverwaltung künftig andere Stadtverwaltungen anschreibt, etwa Herrenberg, Mannheim, Friedrichshafen, Karlsruhe, Pfaffenhofen oder Frankenhausen, ist offen. Ungeklärt ist auch, wie sie künftig mit Leuten, die verdächtige Personennamen tragen. umgehen wird, etwa mit Frau und Herrn Neu*mann/frau, Mayer*in, Jan*sen/stochter, Pfleiderer*in. Und auch bei Wörtern, die keine Personenbezeichnungen sind, kommt einiges auf Hannover zu: Muskelkater*katze, Hahnen*hennenfuß, Türk*innenenbund (Lilium martagon), A/Äffen*innenliebe, Schwa/äb*innenenstreich.
Dieser Vorgang hat neben seiner heiteren auch eine rechtliche Seite, die die Stiftung Deutsche Sprache klären lassen wird. Deutsche Behörden sind nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, in deutscher Sprache zu amtieren. Eine Stadtverwaltung kann sich nicht — einfach so — über die geltenden Regeln von Grammatik und Rechtschreibung des Deutschen hinwegsetzen. Oberbürger*innenmeister Schostok könnte sich nicht nur wegen einer Korruptionsaffäre, sondern auch wegen eines vorsätzlichen Verstoßes gegen § 23 (1) des Verwaltungsverfahrensgesetzes („Die Amtssprache ist deutsch“) vor Gericht wiederfinden.

23.01.2019/Helmut Glück








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