Aktion „Lebendiges Deutsch“

Was wollen wir? Wir wollen versuchen, unsere Landsleute für jenes unbefangene Vertrauen in ihre Muttersprache zu gewinnen, wie es Engländern und Franzosen, Spaniern und Italienern selbstverständlich ist.
Als Beitrag dazu werden wir von nun an jeden Monat drei Vorschläge machen oder erbitten, welche griffigen und treffenden deutschen Wörter an die Stelle englischer Wörter treten können, wenn die überflüssig, hässlich oder nicht allgemein verständlich sind.

Wir sind keine Puristen, keine Fremdwort-Jäger, keine Bilderstürmer. Wir bejahen die Bereicherung des Deutschen durch fremde Sprachen; und manche Importe gerade aus dem Englischen begrüßen wir. Unsere Initiative richtet sich allein gegen die schiere Anglomanie, gegen das Übermaß.

Wir sollten aufhören, uns für die deutsche Sprache zu genieren. Sie ist eine der großen Kultursprachen des Abendlands, die meistgesprochene Sprache in der Europäischen Union und nach Englisch und Spanisch die meistgelernte Fremdsprache der Welt – ja sie ist das Sammelbecken der Weltliteratur: Seit 200 Jahren werden in keine andere Sprache so viele Bücher übersetzt wie in die deutsche, und laut Unesco-Statistik ist das noch heute so.

Rezützeln wir also unsere Muttersprache! „Rezützeln“: Das ist die Aussprache, die der unsägliche Import recyceln uns nach deutscher Sprechgewohnheit nahelegt. Bereiten wir das Deutsche wieder auf! Versuchen wir, den Müll in frische, bunte Wörter zu verwandeln.



Prof. Walter Krämer
Vorsitzender des „Vereins deutsche Sprache e.V.“
Josef Kraus
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
Wolf Schneider
Sachbuchautor und Journalistenausbilder










Š STIFTUNG DEUTSCHE SPRACHE, 2005